Hunger, sei still!
Ich muss schreiben.
Die Welt ist der Fall,
Ich muss mich beeilen.
Weiterschreiben.
Es gibt nur eine Richtung.
Ich schlepp mich nach vorne
Von der Leere zur Sichtung.
Das Schreiben ist mühsam,
Ein Kreuz und ein Tod.
Der Erde gestorben,
Meine Tinte ist rot.
Asketische Neigung,
Begehre kein Gut.
Brot meine Nahrung,
Ich berausch mich am Blut.
Federlos sterben:
Wie schön wär das Leben!
Aber etwas in mir
Will Märtyrer werden.
Etwas in mir
Sehnt sich nach Schmerz:
Mein Füller die Lanze,
Aus Papier ist mein Herz.
Sämig der Saft
Der frohen Botschaft.
Im Fluss meine Zeilen,
Überall bin ich wohnhaft.
Ein Reisender bin ich
Durch Zeit und durch Ort;
Das ewige Leben
War anfangs nur Wort.
Schreibend leben
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