Zum Inhalt springen

Am Rand

Ich halt das Leben nicht mehr aus,
Liege im Trend.
Es zerrt mich an der Hand,
Drängt mich an den Rand,
Fühle mich fremd.

Mein Gebein auf dem Felsen,
Weit vor mir das Meer.
Die schroffkalte Küste
Weckt in mir Gelüste,
Mein Herz ist leer.

Nebel trübt die Sicht,
Die Sonne zerrinnt.
Man hört nur raues Toben
Von schrecklichen Wogen,
Eiskalt weht der Wind.

Meine Augen am Abhang
Suchen das Ziel.
Neben mir liegt ein Stein,
Kicke sanft ihn hinein
Und beäuge mein Spiel.

Den höllischen Abgrund
Kann niemand erkunden.
Bevor er aufprallt
Und dumpf widerhallt,
Ist er längst verschwunden.

Schwer auf der Schlucht
Steht als Grabstein das Kliff.
Am Gefälle des Weges,
Am Ende des Steges
Wartet das Schiff.

Ich stehe am Rand
Vor dem Schlund in die Tiefe.
Angst hab ich nicht,
Auch nicht vor dem Licht,
Hinterlass allen Briefe.

Ich stehe am Rand,
Etwas lässt mich noch hadern.
Ein Klang will betören,
Ein Summen gleich Chören,
Die aufs Neue mich adern.

Ich stehe am Rand,
Will nicht verzagen.
Nehme Abschied auf Erden,
Bereit für mein Sterben,
Mich selbst zu begraben.

Ich wagte den Sprung
Hinab in den Gischtschaum.
Weiß wie Schnee war,
Was ich zuletzt sah,
Jäh endet der Traum.
Published inLyrik

Sei der Erste, der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert