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Der Schmetterlingsschlag

Zu Beginn schon vollzieht sich manche Wende,
Gutes kommt nicht immer erst am Ende.

So ging es zu als plötzlich über Nacht,
Ein Sommervogel einen Freund mir gebracht:

Müde von der Ankunft, die Nacht war warm,
Ein Licht brannte im Zimmer, als ich kam.

Es herrschte Zwietracht, zwei Schläfer stritten,
Fluchende Worte entglitten den Lippen.

Der Eine glaubte, im Raum zu ersticken,
Griff daher zum Fenster, die Luft zu entdicken.

Der Andere ruhte in Fensternähe,
Ihm leidig der Wind und der Laut einer Krähe.

So war der Streit perfekt und gemacht,
Der Eine hat dem Zweiten einen Schlag beigebracht.

Die Tiraden des Einen wollten nicht weichen,
Beim Anderen schon, man sah ihn erbleichen.

Der Schläger musste seine Bleibe verlassen,
Schnitt wie ein Verrückter wilde Grimassen.

Die Nacht verlief ruhig trotz offenem Fenster,
Ein Windhauch bannte die Streitgespenster.

Die Lücke im Schlafsaal, vom Groben gezeichnet,
Hat dem Morgen einen feinen Geist bereitet.
 
Der Schlag des Schmetterlings kann niemand fassen,
Dieser hat meinem Freund das freie Bett überlassen. 

So kann ich heute nach vielen Jahren,
Dem Schicksal Dank für seinen Flügelschlag sagen.

Dem Freundschaftsbeginn sei für immer gedacht
Und Lob auch dem Irren, der dies vollbracht!
Published inLyrik

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