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Patria

Deine Söhne verließen dich mehr und mehr.
Auch deine Töchter.
Freiheit kanntest du noch nie.
Verstehen wird man dich nie.
Wo ist deine Sonne geblieben?
Wo sind die Menschen, die dich lieben?

Bist du blond oder braun?
Hell oder dunkel?
Die Sonne ist schon lange versunken.
Kannst du mir sagen, wo sie nur ist?
Wo sind die Menschen, die dich lieben?

Gebrannter Boden,
Verstaubte Erde.
Deine liebe Kultur,
Nicht schlecht ist deine Natur.
Doch ich wollt, ich könnt aus deinem Schoß.

Die Philosophie ist deine Muttersprache.
Das Militär dein Handwerk.
Raum wolltest du immer haben,
Für Platz hast du keine Verwendung.
Orte verschwanden in der Versenkung.
An jeder Stelle zieren dich Narben.
Sag mir, wo sind deine Farben?

Du lehrst deinen Kindern Gehorsamkeit.
Doch sie zeigen dir nur Gleichgültigkeit.
Wer bist du?

Verbrannt dein Boden,
Verstaubt deine Erde,
Lange schon spüre ich von dir keine Wärme.
Bescheiden sind deine Berge.
Ich sehe dennoch deine Werke,
Auch hast du mehr Tote als Särge.

Blut ist der Dünger deiner Äcker.
Vielleicht ist das der Grund,
Warum dich kaum einer erträgt.

Hier geht es links,
Dort geht es rechts,
Jetzt musst du dich entscheiden.
Warum nicht mal geradeaus?
Ich kann es nicht begreifen.

Der Weg nach vorn, 
Gesteh ich dir,
Bleibt dir aufs Gänzliche verwehrt.
Entscheide dich, 
Doch bleib nicht stehn,
Das wär erst recht verkehrt.

Ging ich den graden Weg hinein,
Würdest du mich auch begleiten?
Doch fürchte ich,
Ich muss ihn selbst bestreiten.
Published inLyrik

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